
(SeaPRwire) – By: Ethan Gallagher
Eine Bewertung von zwei Billionen Dollar für ein reines Hardwaregeschäft ist pure Hybris. Die Börse ignoriert hier die harte Realität der Physik. Es geht nicht mehr um Transport, sondern um totale Kontrolle. Das ist keine normale Kapitalisierung. Es ist eine Wette auf ein Monopol, das keine Konkurrenz duldet. Wer diese Zahlen kritiklos schluckt, versteht die Raumfahrtindustrie nicht. Die Risiken wurden durch den Hype komplett ausgeblendet.
Offiziell feierte SpaceX am Freitag den Börsengang. Doch der Weg war dornig. 2006 explodierte die Falcon 1. 2007 folgte der nächste Fehlschlag. 2008 kollidierten die Stufen. Das Geld war fast weg. Nur eine Geldspritze von der PayPal-Mafia rettete das Unternehmen. Im September 2008 klappte es dann. Die erste private Flüssigtreibstoffrakete erreichte die Umlaufbahn. NASA vergab daraufhin einen 1,6-Milliarden-Dollar-Vertrag. Diese Rettung war kein Zufall. Sie war der direkte Effekt radikaler Kostenstreichung durch Eigenfertigung.
Die Falcon 9 folgte 2010. Sie wurde zum Arbeitspferd. 2015 landete SpaceX die erste Stufe erstmals wieder. Das änderte alles. Konkurrenten scheitern noch immer an Wegwerfraketen. 2020 brachte SpaceX Astronauten zur ISS. Jetzt steht das Starship V3 in den Startlöchern. 408 Fuß hoch. Die Industrie schaut zu. Der entscheidende Unterschied ist die Wiederverwendbarkeit. Musk baute 70 Prozent der Teile selbst. Er kaufte keine russischen Altlasten. Er baute eine neue Lieferkette von Grund auf.
Die Lieferkette ist das eigentliche Produkt. Startkosten nähern sich der Null. Wer die Rakete baut, kontrolliert den Zugang zum Orbit. Der Rest der Industrie wird zum Zulieferer degradiert oder stirbt.
Author bio: Ethan Gallagher, ein Silicon-Valley-Hardware-Architekt und Infrastrukturstratege, der sich auf die Analyse kritischer Systeme und Lieferketten spezialisiert hat.