By: Elena Rostova

Die US-Schuld wächst stetig. Lange war unklar, welche Grenze einen unaufhaltsamen Default auslöst. Jetzt hat das Penn Wharton Budget Model eine beunruhigende Antwort: 210% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Über diese Linie hinaus reicht keine machbare Steuererhöhung auf Arbeits Einkommen mehr. Selbst wenn man alle Einkünfte ohne Freibeträge besteuert, kann man die Zinszahlungen nicht decken. Das Risiko ist näher als viele glauben.

Heute liegt das Schulden-BIP-Verhältnis bei etwa 100%. Das Kongressbudgetamt rechnet mit 175% bis 2056. Aber Gesundheitskosten könnten die Grenze früher erreichen. Bei niedrigem Wachstum gibt es noch 25 Jahre, bei mittlerem 22, bei hohem 19. Bei historischen Gesundheitskostenzuwächsen besteht eine 25%ige Chance, die Grenze in 14 Jahren zu überschreiten. Um die Finanzen zu retten, bräuchte es eine dauerhafte Steuererhöhung von 15 Prozentpunkten auf alle Arbeits Einkünfte. Höhere Zinsen, ein kleinerer Steuerbasis oder weniger internationales Kapital verkürzen den Zeitraum um zwei bis vier Jahre. Die Prognose basiert auf zwei Annahmen: Märkte sind effizient bewertet, und Anleger vertrauen auf eine finanzielle Stabilisierung durch Politik. Wenn das Vertrauen bricht, schrumpfen die Zeitpläne sofort.

(SeaPRwire) –   Kongressbudgetamt

Japan hat bereits eine Schuldenquote über 200% des BIP. Aber es hängt stärker von inländischen Anlegern ab. Japanische Investoren besitzen etwa 1 Billion US-Dollar an Treasuries. Die Bank of Japan hebt Zinsen an. Japanische Staatsanleihen werden attraktiver. Im März floss mehr Geld als je zuvor in japanische Fonds. US-Schatzanleihenauktionen sind schwächer geworden. Die Insolvenz der Sozialversicherungs- und Medicare-Fonds bis 2034 könnte Kongress zur Reform zwingen. Politiker könnten versuchen, allgemeine Steuereinnahmen zu nutzen, um Wähler vor Kosten zu schonen. Das würde aber die Anleger verärgern. Dann steigen die Zinsen für langfristige Anleihen drastisch – und Kongress hat keine andere Wahl, als endlich die Haushaltsfinanzen in Ordnung zu bringen.

Author bio: Elena Rostova, öffentliche Politikexpertin, die Compliance-Abewertungen für Regierungen und Souveränitätsfonds durchführt.