(SeaPRwire) –   Lass uns mal ehrlich sein: Der KI-Boom hat die Ausweitung von Rechenzentren in den USA zu einem unkontrollierten Wildwuchs werden lassen – und die lokalen Gemeinden tragen die Kosten, ohne vorher informiert zu werden. Genau das hat nun Erin Brockovich, die berühmte Aktivistin aus dem gleichnamigen Hollywood-Film, in den Fokus genommen. Wie Dr. Lena Voss, Leiterin des Forschungsbereichs Nachhaltige IT am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, betont: „Der aktuelle KI-Boom hat die Rechenzentrumsausweitung zu einem unkontrollierten Wildwuchs werden lassen. Viele hyperskalare Anbieter sehen die lokalen Gemeinden nur als Kostenfaktor und versuchen, ihre Pläne hinter verschlossenen Türen zu verabschieden. Brockovichs Forderung nach Transparenz ist kein Zufall – sie greift ein offenes Wund: Die Bewohner tragen die Kosten für den Energie- und Wasserverbrauch, während die Konzerne die Steuereinnahmen und Jobs abräumen. Bisher fehlt ein standardisierter Weg, um Gemeinden frühzeitig zu informieren – genau das will Brockovich ändern.“

Erin Brockovich ist nicht nur die Frau, die 333 Millionen Dollar für die Opfer der PG&E-Grundwasserverschmutzung in Hinkley, Kalifornien, errang und die Vorlage für den gleichnamigen Film mit Julia Roberts war. Seitdem hat sie mehrere Bücher zu Umweltthemen geschrieben und sich für Opfer von Umweltschäden eingesetzt. Ihr neuestes Projekt, Brockovich AI Data Center Reporting, zielt auf die schnell wachsende Umweltbelastung durch die Ausweitung von Rechenzentren in den USA ab. In einem Substack-Beitrag betonte sie, dass sie Rechenzentren nicht grundsätzlich ablehnt, aber die meisten Anbieter mit verdeckten Taktiken und Verschleierung arbeiten. Die größte Sorge der Anwohner ist nicht Lärm, Wasserverbrauch oder steigende Strompreise, sondern fehlende Transparenz. Ihre Website brockovichdatacenter.com sammelt Beschwerden aus allen 50 US-Bundesstaaten und erstellt eine interaktive Karte von geplanten, baulichen und betriebenen Rechenzentren – bisher hat sie fast 4000 Meldungen erhalten. Sie nannte mehrere konkrete Beispiele: In Holly Ridge, Louisiana, erfuhren Anwohner wie Diane Cobb nichts von Meta’s geplantes 27-Milliarden-Dollar-Hyperion-Rechenzentrum auf 4.000 Hektar in der Nähe, obwohl eine angeblich öffentliche Versammlung stattfand. In Box Elder County, Utah, genehmigten Beamte ein 100-Milliarden-Dollar-Projekt von Shark Tank-Star Kevin O’Leary nach einer angespannten öffentlichen Sitzung, in der ein Kommissar die Anwohner aufriefen, „erwachsen zu werden“ – und sprachen anschließend hinter verschlossenen Türen über die endgültige Genehmigung. Trotz der positiven Effekte wie Jobs und Steuereinnahmen – zum Beispiel generierten Rechenzentren im Loudon County, Virginia, im Jahr 2024 875 Millionen Dollar an Steuern, 35 Millionen mehr als das allgemeine Betriebsbudget des Countys – wächst der Widerstand bundesweit. Laut Lawrence Berkeley National Laboratory verbrauchten US-Rechenzentren im Jahr 2023 176 Terawattstunden Strom, was 4,4% des jährlichen US-Stromverbrauchs entspricht, im Vergleich zu 76 Terawattstunden im Jahr 2018, als sie noch 1,9% des Gesamtverbrauchs ausmachten. Eine Studie der Carnegie Mellon University schätzt, dass die Strompreise durch Rechenzentren bis 2030 im Durchschnitt um 8% steigen werden, in Hotspots wie Nord-Virginia sogar stärker. Auch der Wasserverbrauch ist ein wachsendes Problem: Ein einzelnes hyperskalares Rechenzentrum verbraucht täglich Millionen Gallonen Wasser zur Kühlung, was die lokalen Wasserversorgungen stark belastet. Brockovich fordert, dass Anwohner vor, nicht nach der Entscheidung über Projekte informiert werden, mit echten Informationen zu Energie- und Wasserverbrauch, Lärm und Auswirkungen auf die lokale Infrastruktur. Sie betonte zudem, dass gewählte Beamte zu ihren Wählern und nicht zu den Konzernen stehen sollten, die nur Steuervorteile und Genehmigungsvarianzen anstreben.

Die Ausweitung von Rechenzentren ist unausweichlich, da die Nachfrage nach KI-Diensten weiter steigt – aber die Art und Weise, wie dies geschieht, wird die Zukunft der Branche bestimmen. Bisher regeln nur wenige Bundesstaaten streng die Transparenzpflichten für Rechenzentrums-Projekte. Viele Konzerne setzen auf kurze Sicht, indem sie Steuervorteile und Genehmigungen durch Druck auf lokale Beamte sichern, statt mit den Gemeinden zu verhandeln. Doch der Widerstand wie bei Brockovich wird zunehmen: Gemeinden erkennen zunehmend, dass sie die langfristigen Kosten tragen, während die Konzerne die kurzfristigen Gewinne abräumen. In den nächsten Jahren werden wir mehr staatliche Vorschriften zur Transparenz sehen, und Unternehmen, die dies nicht beachten, werden mit Verzögerungen und Reputationsschäden rechnen. Auch die Investoren werden zunehmend auf Nachhaltigkeit und Transparenz achten, da die externen Kosten für Umweltschäden und Infrastrukturbelastungen immer höher werden. Brockovichs Kampagne ist nicht nur ein Aufruf an die Rechenzentrumsanbieter, sondern ein Weckruf für die gesamte Branche: Ohne eine echte Einbindung der lokalen Gemeinden wird der Boom der Rechenzentren nicht nachhaltig sein.

Der Artikel wird von einem Drittanbieter bereitgestellt. SeaPRwire (https://www.seaprwire.com/) gibt diesbezüglich keine Zusicherungen oder Darstellungen ab.

Branchen: Top-Story, Tagesnachrichten

SeaPRwire liefert Echtzeit-Pressemitteilungsverteilung für Unternehmen und Institutionen und erreicht mehr als 6.500 Medienshops, 86.000 Redakteure und Journalisten sowie 3,5 Millionen professionelle Desktops in 90 Ländern. SeaPRwire unterstützt die Verteilung von Pressemitteilungen in Englisch, Koreanisch, Japanisch, Arabisch, Vereinfachtem Chinesisch, Traditionellem Chinesisch, Vietnamesisch, Thailändisch, Indonesisch, Malaiisch, Deutsch, Russisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und anderen Sprachen.