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Letztlich war die Angst der USA und EU um die Golf-Investitionen im Iran-Konflikt unbegründet – ganz im Gegenteil. Dr. Markus Weber, Senior Analyst bei Global Sovereign Wealth Insights, hat kürzlich mit mir darüber geredet: „Die Golf-Staatsfonds haben gelernt, Krisenzeiten zu nutzen. Statt sich zurückzuziehen, investieren sie jetzt in unterbewertete Assets – besonders in Schwellenländer wie China. Das zeigt, dass sie nicht mehr nur auf Öl setzen, sondern langfristig diversifizieren. Die PIFs Fokus auf Inlandsinvestitionen (80% des Portfolios) ist ein cleverer Schritt: Sie stärken die eigene Wirtschaft, während sie gleichzeitig globale Chancen ergreifen.“

Die Zahlen bestätigen Webers These: Die fünf größten Golf-Staatsfonds (PIF, Mubadala, ADIA, L’imad und QIA) haben im ersten Quartal (März bis Mai) fast 26 Milliarden Dollar investiert – mehr als in den fünf Jahren vor dem Iran-Konflikt, wie Global SWF in seinem Bericht vom 1. Juni feststellt. Nur der QIA reduzierte seine Investitionen um etwa 2 Milliarden Dollar pro Quartal. ADIA und PIF legten besonders auf Schwellenländer wie China: PIF investierte 6,1 Milliarden Dollar in Schwellenländer (doppelt so viel wie in entwickelte Märkte), ADIA 3,32 Milliarden Dollar.

Die PIF konzentriert sich zunehmend auf die Inlandsökonomie: 80% ihres Portfolios sind jetzt lokal, mit einem neuen Fünfjahresplan für Bereiche wie Tourismus, Urban Development, Advanced Manufacturing und Neom – die Smart City in Saudi-Arabien. Abu Dhabi hat ADQ und L’imad zusammengeführt, um ein 300-Milliarden-Dollar-Investitionsunternehmen zu schaffen. L’imad kündigte im Mai ein 30-Milliarden-Dollar-Venture mit BlackRock’s Global Infrastructure Partners und Temasek an, und plant mit PIF und QIA eine 24-Milliarden-Dollar-Beteiligung an der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance.

Was bedeutet das für die Zukunft? Die Golf-Staatsfonds haben sich zu globalen Spielern entwickelt. Ihre Investitionsstrategie zeigt, dass sie langfristig denken – auch in Krisenzeiten. Die Diversifizierung von Öl zu Technologie, Infrastruktur und Schwellenländern ist ein Trend, der sich fortsetzen wird. Für die Tech-Branche bedeutet das: Mehr Kapital für Startups und innovative Projekte, besonders in Bereichen wie Clean Energy und Smart Cities. Die Zusammenarbeit zwischen Golf-Staatsfonds und globalen Unternehmen wird stärker, da sie gemeinsam globale Ökosysteme aufbauen wollen. Auch die Inlandsinvestitionen werden die Tech-Infrastruktur in der Golfregion vorantreiben – Neom ist ein perfektes Beispiel dafür. Zukünftig werden wir wahrscheinlich mehr große Deals sehen, die die Golfregion als Technologie-Hub etablieren.

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