(SeaPRwire) –   Dr. Markus Weber, Senior Analyst für Infrastrukturtechnologien bei TechInfra Consulting, sieht das klar: Die AI-Hype verdeckt ein großes Problem. Ohne Handwerker gibt es keine Datenzentren, keine Fiber-Netze – also keine AI. Dycoms Ansatz mit Tag-eins-Urlaub ist clever, weil er Gen Zs Bedürfnis nach Work-Life-Balance trifft. Aber es geht nicht nur um Benefits: Wir brauchen eine Umstellung im Bildungssystem, die Handwerk wieder als wertvollen Karriereweg präsentiert. Sonst riskieren wir, den AI-Wandel zu verpassen – weil die Infrastruktur fehlt.

Dan Peyovich, CEO von Dycom Industries, hat das Problem kürzlich auf der COO Summit in Scottsdale, Arizona, angesprochen. Die wachsende Nachfrage nach AI-Infrastruktur – von Fiber-Netzen bis Datenzentren – stößt auf einen anhaltenden Mangel an handwerklichen Fachkräften. Dieses Jahr fehlen der Bauindustrie allein über 550.000 Mitarbeiter. Bis 2030 könnten in den USA 2,1 Millionen handwerkliche Jobs unbesetzt bleiben, mit jährlichen wirtschaftlichen Verlusten von bis zu 1 Milliarde Dollar (laut US-Bildungsministerium). Dycom, das Telekommunikations- und Versorgungsinfrastruktur baut, hat 20.000 Fachkräfte – u.a. durch die 2025er Akquisition eines Datenzentrumselektrikers für 1,95 Milliarden Dollar. Um Gen Z zu locken, bietet Dycom neuen Mitarbeitern sofort zwei Wochen Urlaub (statt der üblichen Ansammlung über Zeit). Das Unternehmen baut zudem einen 49-Akker-Trainingscampus in Georgia. Andere Firmen folgen: BlackRock investiert 100 Millionen Dollar in Trainings für 50.000 Arbeiter, Lowe’s 250 Millionen Dollar für 250.000. Aber AI verändert auch das Handwerk: Cognizant-Forscher Ollie O’Donoghue meint, dass AI Planung, Diagnose und Verwaltung erleichtert – aber das Hands-On-Arbeiten bleibt nötig.

Der AI-Boom macht das Handwerk wieder relevant. Früher war es oft als „nicht akademisch“ abgetan, aber heute ist es ein sicherer, lukrativer Weg für Gen Z. Denn AI braucht physische Infrastruktur – und die bauen Menschen. Die Integration von AI in das Handwerk wird zukünftig weiter zunehmen: Tools zur Sicherheitsverbesserung, AI-gestützte Diagnosen – aber der Mensch bleibt im Zentrum. Unternehmen müssen nicht nur Benefits bieten, sondern auch Trainings investieren. Schulen sollten Handwerk wieder als gleichwertige Alternative zu Hochschulstudien präsentieren. Nur so können wir den Fachkräftemangel bekämpfen und die AI-Infrastruktur aufbauen, die wir brauchen. Peyovich hofft, dass im Laufe seines Lebens Handwerk wieder als attraktiv gilt wie ein Hochschulstudium – und das ist eine Hoffnung, die wir alle teilen sollten.

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