(SeaPRwire) – Die meisten Menschen haben sich schon mindestens einmal krankgemeldet. In Deutschland haben Arbeitnehmer im vergangenen Jahr jedoch jeden Monat mehr als einen Krankentag genommen – und die Regierung hat es satt. Nun schlägt sie vor, die Löhne der Arbeitnehmer zu kürzen.
Deutsche Arbeitnehmer nehmen durchschnittlich 14,8 Krankentage pro Jahr, was dem Land eine der höchsten Fehlzeitenquoten in Europa beschert. Zum Vergleich: Das ist das Vierfache der Krankheitsquote im Vereinigten Königreich.
Laut German Economic Institute kostet das die Unternehmen des Landes jährlich rund 82 Milliarden Euro (110 Milliarden US-Dollar).
Daher erwägt Bundeskanzler Friedrich Merz Berichten zufolge eine drastische Lösung: Die Arbeitnehmer sollen diese Kosten tragen.
Deutsche Arbeitnehmer, die 5 oder weniger Krankentage nehmen, erhalten einen Bonus
Derzeit verfügt das Land über eine sehr großzügige Krankheitsurlaubsregelung: Bei derselben Erkrankung gibt es bis zu sechs Wochen (30 Arbeitstage) volle Lohnfortzahlung mit einem ärztlichen Attest. Bis zu fünf Krankentage können sie ohne persönlichen Arztbesuch nehmen, bevor sie eine formelle Verlängerung beantragen müssen. Und wenn der Mitarbeiter aufgrund einer anderen Erkrankung erneut krank wird, beginnt die sechswöchige Frist von neuem.
Die von der Christian Democratic Union vorgeschlagenen Pläne sehen vor, dass der Lohn der Arbeitnehmer bereits ab dem ersten Tag der Krankmeldung gekürzt wird. Gleichzeitig erhalten Arbeitnehmer, die fünf oder weniger Krankentage nehmen, einen Bonus.
Das Ziel, laut der deutschen Boulevardzeitung Bild, die die Geschichte am Wochenende veröffentlichte, ist es, Arbeitnehmer mit leichten Beschwerden wie einer Erkältung dazu zu bewegen, wieder ins Büro zu kommen, statt zum Telefon zu greifen.
Wie ein Regierungsmitarbeiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit erklärte: „Es steht fest, dass Deutschland die höchste Anzahl an Krankentagen in Europa hat. Beide Koalitionspartner wollen diese reduzieren.“
Im Jahr 2023 meldeten sich Deutsche fast 20 Mal im Jahr krank – ein Rekordhoch. Seitdem ist diese Zahl um etwa fünf Tage gesunken, aber Arbeitgeber beschweren sich immer noch über eine „arbeitsscheue“ Generation Z, die das System angesichts der im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nach wie vor hohen Quoten ausnutzt.
Merz hat unterdessen seine Meinung zur deutschen Krankheitsurlaubskultur deutlich gemacht: Anfang dieses Jahres betonte er, wie sehr die 14,8 Krankentage die Arbeitgeber im Stich lassen: „Das sind fast drei Wochen, in denen Menschen in Deutschland aufgrund von Krankheit nicht arbeiten“, betonte er. „Ist das wirklich notwendig?“
Er hat auch die geringe Produktivität des Landes auf den Lebensstil und die Arbeitseinstellung der Deutschen zurückgeführt und in einer kürzlichen Rede festgestellt: „Um es noch deutlicher auszudrücken: Work-Life-Balance und eine Vier-Tage-Woche werden nicht ausreichen, um den derzeitigen Wohlstandsstand unseres Landes in Zukunft zu halten, weshalb wir härter arbeiten müssen.“
hat die deutsche Regierung um eine Stellungnahme gebeten.
Burnout wird zu einem großen globalen Problem
Obwohl Deutschland hier an der Spitze steht, ist seine Belegschaft bei weitem nicht die einzige, die unter Druck zusammenbricht. Burnout ist zu einer der prägenden Arbeitsplatzkrisen der postpandemischen Ära geworden – und die Daten deuten darauf hin, dass es schlimmer statt besser wird.
Eine schockierende Studie zeigt, dass 54 % der amerikanischen Arbeitnehmer angaben, am Arbeitsplatz unglücklich zu sein, wobei die Häufigkeit von gelegentlich bis ständig reicht. Trotzdem erscheinen sie weiterhin zur Arbeit, sitzen an ihren Schreibtischen und kämpfen stumm mit ihren Problemen.
Überleistende im Büro sind so ausgebrannt, dass Arbeitsexperten das Phänomen analysiert und sogar einen Namen dafür gegeben haben: der „Kompetenzkater“.
Forschungen zeigen übereinstimmend, dass Millennials am stärksten von Burnout betroffen sind; die Generation hat es mittlerweile ins mittlere Management geschafft und trägt die Hauptlast von Entlassungen. Im Vereinigten Königreich führt eine psychische Gesundheitskrise unter jungen Arbeitnehmern zu einem Anstieg von Arbeitsangst, Stress und Fehlzeiten, mit der Arbeitgeber nur schwer zurechtkommen. Mitarbeiter sind im Durchschnitt einen Tag pro Woche mental abwesend.
Es ist vielleicht nicht überraschend, dass zur gleichen Zeit Studien zeigen, dass Büropolitik nach der Pandemie ein starkes Comeback erlebt hat: Pflichten zur Rückkehr ins Büro, KI-gesteuerte Effizienz und Entlassungen haben zu einem Anstieg von Intrigen und „Unfreundlichkeit am Arbeitsplatz“ geführt.
Es ist bereits so schlimm, dass ausgebrannte Arbeitnehmer sich krankmelden und Krankenstand zunehmend als Fluchtmöglichkeit nutzen – nicht weil sie tatsächlich krank sind, sondern nur, um sich psychisch von ihren „toxischen“ Chefs zu erholen, abzuschalten und sogar nach einem neuen Job zu suchen. Das erklärt vielleicht, warum Deutsche so oft falsch krankmelden.
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