(SeaPRwire) –
By: Adrian Kingsley
Regierungen im asiatisch-pazifischen Raum kontrollieren zunehmend die Daten ihrer Bürger, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Sie halten Daten für ein wichtiges nationales Asset. Doch ihre Annahme, dass Digitalhoheit durch die physische Serverstandorte definiert sei, ist fehlerhaft.
Viele Regulierungsbehörden üben Digitalhoheit auf verschiedene Weise aus. Südkoreas Cloud Security Assurance Program (CSAP) verlangt, dass öffentliche Agenturen Cloud-Dienste beziehen, die Daten lokal speichern, inländische Verschlüsselungsalgorithmen nutzen und Personal in Korea beschäftigen. Japan hat ein komplexes Zertifizierungssystem für Regierungssoftware, das fast ausschließlich auf Japanisch durchgeführt wird. Indiens Digital Personal Data Protection Act von 2023 erlaubt es der Regierung, grenzüberschreitende Datentransfers zu bestimmten Ländern einzuschränken.
Datenlokalisierung birgt jedoch Risiken. Ein Brand in einem südkoreanischen Rechenzentrum führte letztes Jahr dazu, dass 647 Regierungsdienste ausfielen und möglicherweise 850 Terabyte an Regierungsdaten verloren gingen. Zudem kann die Beschränkung grenzüberschreitender Datentransfers den Zugang zu innovativen Produkten und Dienstleistungen einschränken und wettbewerbswidrig sein.
Echte Digitalhoheit liegt nicht in der Isolation, sondern in der Stärkung von Kunden und Regierungsagenturen. Regierungen sollten auf technische Garantien setzen, globale Standards anwenden, mehrere Cloud-Anbieter nutzen und ein risikobasiertes Datenklassifizierungsrahmenwerk einführen.
Es gibt Modelle für ein ausgewogeneres Vorgehen bei der Datenhoheit. Die Digital Economy Agreements zwischen Australien und Singapur sowie der EU und Singapur begrenzen unbegründete Datenlokalisie-rungsanforderungen. Initiativen wie das Global Cross-Border Privacy Rules (CBPR) System und die Data Free Flows with Trust des OECD zeigen, dass vertrauenswürdige Datentransfers und starke Datenschutzmaßnahmen vereinbar sind.
Author bio: Adrian Kingsley, ein international renommierter Wissenschaftler, der sich lange mit öffentlicher Verwaltung und Sozialpolitik befasst.