
(SeaPRwire) – By: Jonathan Barrett
Die große Unbekannte war endlich beseitigt. Kevin Warsh, der neue Vorsitzende der US-Notenbank, stand am Mittwoch vor dem Pult. Die entscheidende Frage war: Welcher Warsh zeigt sich? Der Falke von 2011, der aus Protest gegen die Billionen-Bondkäufe der Fed zurücktrat? Oder der zahme „Sock Puppet“, den Senatorin Warren in der Anhörung an die Wand malte? Die Antwort kam schneller als erwartet. Und sie schlug ein wie eine Bombe.
Die Fed hielt den Leitzins bei 3,%-3,75%. Das war erwartet worden. Doch der neue Ton war eisig. Neun von 18 Währungshütern signalisierten mindestens eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr. Die alte Neigung zur Lockerung wurde gestrichen. Der Dow stürzte 507 Punkte ab, nachdem er zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte. Der S&P 500 verlor 1,2%. Die zweijährigen Treasury-Renditen schossen um 16 Basispunkte nach oben. Der Markt preist jetzt eine Oktober-Erhöhung als Münzwurf ein. Vorher hatte niemand darauf gewettet.
Warsh’ Botschaft war glasklar: Inflation ist inakzeptabel. „Die Zwei steht links vom Komma. Für jetzt steht die Null rechts davon“, sagte er. Er kritisierte die Ära Powell scharf. Die Zinserhöhungen von 2021-2022 hätten zur schlimmsten Inflation seit 45 Jahren geführt. Doch nun zeigte er sich kompromisslos. Jon Hilsenrath, der legendäre „Fed-Flüsterer“, bestätigte: „Das war der falkenhafte Kevin.“ Warsh will seine Glaubwürdigkeit zurück. Er hat fünf Task Forces angekündigt. Sie sollen die Kommunikation, die Bilanz und den Inflationsrahmen überprüfen. Das ist eine Verzögerungstaktik.
Warsh hat die Wahl getroffen. Er baut auf einer 15-jährigen Prämisse auf: Inflation ist eine Entscheidung. Die Fed hat diese Entscheidung ignoriert und ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Jetzt ist er der Chef. Der Markt muss sich anpassen. Das ist kein Spiel für „Sock Puppets“. Das ist harte Realität.
Author bio: Jonathan Barrett, Lead Focus Editor für eine unabhängige Übersee-Politik-Wochenzeitschrift, mit jahrelanger Erfahrung in der Analyse geldpolitischer Entscheidungen.