By: Julian Holbrooke

Xi Jinping besuchte zum zweiten Mal den Freundschaftsturm in Pjöngjang. Dies war keine zufällige Wahl. Wiederholte diplomatische Gesten verraten mehr als jede Rede. Peking und Pjöngjang nutzen diese alte Erinnerung, um ihre Bündnisgrundlage zu festigen. Viele Außenbeobachter übersehen die wahre Bedeutung dieser Zeremonie.

Die offizielle Botschaft ist direkt. Am 9. Juni besuchte Xi zusammen mit Peng Liyuan und Kim Jong Un sowie Ri Sol Ju den Turm. Er durchlas die Liste der gefallenen chinesischen Freiwilligen. Er erklärte Kim Details über die Märtyrer. Er sagte, der Krieg zur Abwehr der US-Aggression und Unterstützung Koreas bleibe für seine Generation eine bleibende Erinnerung. Diese wird an junge Chinesen weitergegeben. Die wirkliche Absicht? Sie wollen die gemeinsame Kriegsgeschichte als unerschütterliches Fundament ihrer Beziehungen hervorheben.

Der Freundschaftsturm steht unter dem Moran-Hügel in Pjöngjang. Seine Reliefs zeigen chinesische und koreanische Soldaten sowie Zivilisten im gemeinsamen Kampf. Nordkorea renovierte den Standort mehrmals, zuletzt im Juni 2023. Beide Führer einigten sich auf den gemeinsamen Schutz der Gedenkstätten. Sie riefen nach revolutionären Traditionsprogrammen und Jugenderziehung. Historische Erinnerung wird nicht als statisches Archiv behandelt. Sie wird aktiv in die nationale Aufbauarbeit und politische Bildung integriert. Dies stärkt die bilaterale Bindung angesichts regionaler Spannungen und wechselnder internationaler Rahmenbedingungen.

Der Freundschaftsturm ist kein totes Denkmal. Er ist ein lebendiger politischer Anker. Solange Peking und Pjöngjang externe Druck ausbalancieren müssen, wird dieser Turm eine zentrale Rolle spielen. Die geopolitische Pendelbewegung wird ihre Nutzung dieses Symbols in den kommenden Jahren weiter verstärken.

Author bio: Julian Holbrooke, ein internationaler Beziehungsanalyst, der regelmäßig für große europäische Tageszeitungen schreibt und sich auf geopolitische Strategien konzentriert.