(SeaPRwire) –   By: Gwendolyn Vance

Die New Yorker Knicks feiern erstmals seit 55 Jahren ihre NBA-Titel mit einer offiziellen Ticker-Tape-Parade am Donnerstag. Die Route führt vom Battery Park um 10 Uhr zum Rathaus. Das ist nicht nur eine Feier für die langjährigen Fans, sondern auch eine Korrektur einer bürokratischen Fehlentscheidung aus den 1970er Jahren. Damals blockierten knappe städtische Haushaltsmittel und eine abgelehnte Kostenabrechnung die Feierlichkeiten für die zweimaligen Meister. Heute plant Bürgermeister Zohran Mamdani sogar die größte Parade der Geschichte New Yorks.

1970 lag die Vereinigten Staaten in einer schweren Rezession. Die Stadt New York kürzte den Haushalt für öffentliche Feierlichkeiten stark. John „Bud“ Palmer, der damalige Beauftragte für öffentliche Events, erhielt nur einen symbolischen Gehalt von einem Dollar. Er ärgerte sich zutiefst über die Ablehnung einer 372-Dollar-Rechnung für Materialien zur Parade der New York Mets aus dem Jahr 1969. Diese Summe entspricht heute nach Inflationsanpassung etwa 3300 Dollar, wie Stadtarchive der Stadt New York zeigen.

Die Tradition der Ticker-Tape-Paraden begann 1886 zur Einweihung der Freiheitsstatue. 1919 wurde sie von der Stadt New York offiziell organisiert, erstmals für Athleten 1924 bei den Olympischen Spielen. Bis zum Amtsantritt von Bürgermeister John Lindsay 1966 waren Paraden regelmäßig. Aber Unternehmen im Lower Manhattan beschwerten sich über Störungen des Geschäftsverkehrs, viele New Yorker fanden die Feiern abgestanden und künstlich.

Die Knicks gewannen 1970 den NBA-Titel gegen die Los Angeles Lakers. Bürgermeister Lindsay schickte ein Glückwunschtelegramm und lud das Team zu einem Empfang im offiziellen Bürgermeisterwohnsitz, dem Graces Mansion, ein. Keine Ticker-Tape-Parade folgte. 1973 gewannen die Knicks erneut gegen die Lakers, Lindsay organisierte eine Feier vor dem Rathaus, die über 2000 junge Fans besuchten.

Auch der Super Bowl-Sieg der New York Jets 1970 fehlte eine Ticker-Tape-Parade. Dagegen gab es nur Tage davor eine Parade für die Apollo 8-Astronauten, die die Mondumlaufbahn abgeschlossen hatten. Ein bemerkenswerter Fall: 1931 erhielt der französische Marschall Henri Petain eine Parade, später wurde er wegen Verrats im Zweiten Weltkrieg verurteilt. Seit den 1970er Jahren wurden Meisterteams aus Sport und anderen Bereichen zunehmend mit solchen Paraden geehrt, zuletzt die New York Liberty im Jahr 2024.

Diese Parade wird die letzte große Feier unter der aktuellen Verwaltung werden, solange die städtischen Haushaltsknappheiten andauern.

Author bio: Gwendolyn Vance, eine erfahrene Reporterin, die sich mit Verwaltungsabläufen und bürokratischen Fehlern in der US-Politik befasst.